Haben oder Sein

Am Mittwoch, dem 26. September, hielt Br. J.G. beim GÄSTEABEND MIT DAMEN einen Vortrag unter dem Titel

„Haben oder Sein“.

Die im Titel des Vortrags aufgeworfene Alternative mag auf den ersten Blick vielleicht merkwürdig erscheinen, doch geht es um die Frage, ob ein Mensch sich und sein Selbstverständnis in erster Linie über seinen materiellen Besitz definiert oder über seine persönlichen Fähigkeiten und Erlebnisse. In unserer modernen Gesellschaft sind viele Menschen einseitig auf das „Haben“ fixiert und leben dadurch auch zwangsläufig in ständiger Angst vor dem möglichen Verlust ihrer Habe, während gleichzeitig das kapitalistische Wirtschaftssystem die menschliche Sucht nach dem Immer-mehr- Haben-wollen als wesentliche eigene Triebfeder betrachtet und entsprechend fördert. Dabei kann uns das übertriebene Klammern an Besitz, der auch in anderem als in materiellen Objekten bestehen kann, leicht in unserer Selbstverwirklichung blockieren und unsere geistige Freiheit lähmen.

Als Hoffnungsschimmer äußerte Br. J. seinen Eindruck, dass die Zahl der Menschen immer mehr zunimmt, die sich vom „Haben“ weg und mehr auf das „Sein“ hin orientieren, was vielleicht ein erstes Anzeichen für einen irgendwann bevorstehenden Paradigmenwechsel der mehrheitlichen Gesellschaft in dieser Richtung sein könnte.