Gesund und gleichzeitig krank – haben wir einen Fitnessund Gesundheitswahn?

Der für das MITTWOCHSGESPRÄCH MIT DAMEN UND GÄSTEN am 4. Juli vorgesehene Referent war leider erkrankt, aber Br.: P. H. hatte unter dem Titel „Gesund und gleichzeitig krank – haben wir einen Fitnessund Gesundheitswahn?“ kurzfristig einen Ersatzvortrag vorbereitet. Kurzweilig und wie bei ihm üblich mit viel Humor aufgelockert legte Br.: P. dar, dass Gesundheit und Fitness in unserer heutigen Gesellschaft den Stellenwert einer regelrechten Religion erobert haben – man bedenke nur, dass das Wort „Sünde“ bzw. „sündigen“ heutzutage meistens auf den Genuss eines Stücks Sahnetorte oder dergleichen bezogen wird. Zwar sei die Gesundheit des Menschen mit Recht als ein hohes Gut zu betrachten, jedoch gelte sie heute sogar als absolut höchstes Gut, das sich jeder Abwägung entziehe. Mit dem Versuch, durch das ständige Bemühen um noch mehr Fitness und Gesundheit letztendlich den Tod zu verdrängen, verpasse man in Wirklichkeit das Leben, führte Br.: P. aus und plädierte dafür, jeden Moment des Lebens bewusst als einzig und unwiederholbar auszukosten.